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16. Mai 2010:



NEU Die Straßenbahn Potsdam im Jahr 1986


Inhalt

    1. Einleitung

    2. Jahresfahrplan 1986/87

    3. Größere Baustellen 
       3.1. Gleiserneuerung in der Berliner Straße 

    4. Chronologie des Jahres 1986

    5. Entwicklung des Wagenparks
       5.1. KT4D 
       5.2. Gotha-Wagen 
       5.3. Reko-Wagen 

    6. Wagenpark der Straßenbahn Potsdam zum 31. Dezember 1986

    7. Liniennetz der Straßenbahn Potsdam zum 31. Dezember 1986

    8. Quellenverzeichnis


1. Einleitung

Nachdem im Vorjahr mit der Neubaustrecke nach Babelsberg die zweite große Streckeneröffnung der 80er Jahre erfolgt war, gab es im Jahr 1986 keine größeren Ereignisse.

Die Ende 1985 aus Berlin übernommenen gebrauchten Rekofahrzeuge wurden 1986 erstmals im Linienverkehr eingesetzt, da der Fahrzeugmangel den Verkehrsbetrieb dazu zwang. Mit dem Gothazug bestehend aus Tw 186 und Bw 271 wurde der erste und einzige der 1984/85 aus Leipzig erhaltenen Gelenkwagen nach Instandsetzung und Neulackierung in Betrieb genommen. Zudem erhielten weitere Gotha-Züge und KT4D eine Hauptuntersuchung mit Neulackierung, was zu einem verbesserten Erscheinungsbild beitrug.

Im Liniennetz kam es im Jahr 1986 zu keinen Änderungen.


Bild 1
Auch im Fahrplanjahr 1986/87 wurden auf der Linie 5 am Wochenende KT4D-Doppeltraktionen eingesetzt. Am 2. August 1986 steht hier eine solche Doppeltraktion, geführt von KT4D 006, an der Haltestelle Kulturhaus „Herbert Ritter“ zur Fahrt zum Kapellenberg bereit. Tw 006 hatte im Jahr 1986 offensichtlich als eines der ersten Fahrzeuge einen Einholmstromabnehmer aus BVB-Produktion erhalten.


Einen so guten Eindruck hinterließen leider nicht alle eingesetzten Straßenbahnzüge. Insgesamt war der Wagenpark weiterhin überwiegend in einem unbefriedigenden Zustand, wozu auch der beginnende Einsatz der technisch veralteten Rekowagen, die zudem ohne eine Neulackierung mit einem sehr unansehnlichen Äußeren eingesetzt wurden, erheblich beitrug. Eine Modernisierung durch KT4D-Neubaufahrzeuge war weiterhin nicht möglich, da Berlin bevorzugt beliefert wurde.


Bild 2
Der Gotha-Zug 104+201+211 stellt im März 1986 den Kontrastzustand zu Bild 1 dar. Bei Schmuddelwetter befährt der Zug der Linie 3 die Kurve von der Berliner Straße in die Heinrich-Rau-Allee und erreicht anschließend die gleichnamige Haltestelle. Große Rostschäden sind an Trieb- und Beiwagen, insbesondere im Dachbereich, zu erkennen.



2. Jahresfahrplan 1986/87

Gegenüber dem vorherigen Jahresfahrplan wurden im seit 1. Juni 1986 gültigen Jahresfahrplan 1986/87 nur bei einzelnen Fahrten Anpassungen um wenige Minuten vorgenommen. Im Wesentlichen war der Fahrplan identisch mit dem letzen. Offensichtlich hatte sich das nach der Streckeneröffnung nach Babelsberg über die Humboldtbrücke angepasste Fahrplanangebot bewährt.

Im Laufe des Fahrplanjahrs 1986/87 wurde an Sonnabenden und Sonntagen auf der Linie 3 ein zweimaliger Wechsel eines Kurses auf die Linie 8 eingeführt. Dazu fuhr die Linie 3, Kurs 4, als Betriebsfahrt von der Endhaltestelle Bf. Rehbrücke zum Betriebshof Heinrich-Mann-Allee und ab dort weiter als Betriebsfahrt zum Stern. Der Wechsel zurück auf die Linie 3 erfolgte als Betriebsfahrt in umgekehrter Richtung. Der Grund für dieses aufwendige Verfahren war, dass man den Fahrern der Linie 8 an der Endhaltestelle Stern eine längere Pausenzeit ermöglichen wollte. Dafür nahm man – aufgrund des vorübergehenden Wegfalls eines Kurses – eine zeitweise Verkürzung der Pausenzeit am Bf. Rehbrücke bei der Linie 3 in Kauf.

Das „komplexe Fahrplanheft“ „Stadtverkehr Potsdam“ erschien damit nun schon zum sechsten Mal in dieser Form. Die Titelseite schmückte ein Foto des KT4D 020, eingesetzt als Linie 9 zum Bisamkiez, das auf der Neubaustrecke auf der Humboldtbrücke aufgenommen worden war.




PD-icon.svg Diese Datei stellt ein Amtliches Werk dar und ist als "Bekanntmachung" nach § 5 UrhG gemeinfrei.
Als reine Sammlung von Daten besitzt sie zudem keine Schöpfungshöhe.

Download des Jahresfahrplans für Potsdam 1986/87 (ca. 54 MB)

Der planmäßige Fahrzeugeinsatz gestaltete sich mit Inkrafttreten des neuen Fahrplans wie folgt:1
Linie 1
Linie 2
Linie 3

Linie 4
Linie 5

Linie 6
Linie 7
Linie 8

Linie 9
Linie 10
täglich
Mo-Fr HVZ
Mo-Fr
Sa, So
täglich
Mo-Fr
Sa, So
täglich
Mo-Fr HVZ
Mo-Fr
Sa, So
Mo-Fr
Mo-Fr
Gotha-Dreiwagenzüge bzw. Gotha-Gelenkwagen und Beiwagen
Gotha-Dreiwagenzüge bzw. Gotha-Gelenkwagen und Beiwagen
Gotha-Dreiwagenzüge bzw. Gotha-Gelenkwagen und Beiwagen
KT4D-Doppeltraktionen
Gotha-Dreiwagenzüge bzw. Gotha-Gelenkwagen und Beiwagen
Gotha-Dreiwagenzüge bzw. Gotha-Gelenkwagen und Beiwagen
KT4D-Doppeltraktionen
KT4D-Doppeltraktionen
KT4D-Doppeltraktionen
KT4D-Doppeltraktionen
KT4D
KT4D, in der HVZ teilweise Gotha-Dreiwagenzüge
KT4D
Anstelle von Gotha-Dreiwagenzügen konnten auch Reko-Dreiwagenzüge zum Einsatz gelangen.

Mo-Fr gab es wie im vorherigen Fahrplanjahr durch Linienwechsel den Einsatz je eines Zuges der HVZ-Linie 2 tagsüber auf den Linien 1, 4 und 5 sowie eines Zuges der HVZ-Linie 7 tagsüber auf der Linie 8. Ein KT4D der Linie 10 blieb von 8:10 Uhr bis 15:30 Uhr am Platz der Einheit/Ost abgestellt.1


Bild 3
Im Jahr 1986 erhielten auch die beiden KT4D-Prototypen Einholmstromabnehmer. Tw 002 wurde am 25. März 1986 erstmals auf der Linie 10 mit diesem Stromabnehmertyp eingesetzt. Der 26. März 1986 war für Tw 001 im Rahmen einer Sonderfahrt in Doppeltraktion mit Tw 002 der Ersteinsatz in dieser Form. Auf dem Foto ist der Zug 002+001 als Linie 8 zum Stern bei der Einfahrt in die stadtauswärtige Haltestelle Schwimmhalle zu sehen.


3. Größere Baustellen

3.1. Gleiserneuerung in der Berliner Straße

Die Gleise in der Berliner Straße zwischen der Haltestelle Mangerstraße und dem Wendedreieck Menzelstraße wiesen im Jahr 1986 einen sehr hohen Abnutzungsgrad auf.
Nach der Streckensperrung zwischen Holzmarktstraße und Brücke der Einheit aus Sicherheitsgründen zum 15. Oktober 19562, 3, 4 wurde die Strecke in der Berliner Straße im Jahr 1962 zunächst bis zur Ludwig-Richter-Straße wieder instand gesetzt und am 16. Dezember 1962 wiedereröffnet.5 Dabei wurde Gleis- und Fahrleitungsmaterial der aufgrund des Mauerbaus stillgelegten Straßenbahnlinie 96 in Teltow verwendet.6 Der Abschnitt zwischen Ludwig-Richter-Straße und Menzelstraße konnte am 15. August 1965 wiedereröffnet werden5, 6, 7, 8

Eine komplette Erneuerung der Strecke zwischen Heinrich-Rau-Allee und Menzelstraße war bereits für die Jahre 1977/78 geplant gewesen,9 wurde aber bis November 1977 nur bis zur Mangerstraße durchgeführt.10 Der restliche Streckenabschnitt zwischen Mangerstraße und dem Wendedreieck Menzelstraße war daher im Jahr 1986 noch mit dem im Jahr 1962 bzw. 1965 eingebauten Gleismaterial ausgestattet. Dieses war bereits bei seinem Einbau mehrere Jahrzehnte in Gebrauch. Die Nutzung der vergleichsweise schweren KT4D führte zudem zu einem sehr hohen Verschleiß der Strecke, sodass im Jahr 1986 in diesem Bereich nur noch mit geringer Geschwindigkeit gefahren werden konnte und die Wagen stark schaukelten. Auch für DDR-Verhältnisse war die Gleislage inzwischen extrem schlecht und die seit 1978 ausgebliebene Gleiserneuerung war nur durch die geringe Bedeutung der Strecke im „Schatten” der Mauer zu erklären.

Die notwendige Gleiserneuerung begann am 1. Oktober und war bis 22. November 1986 geplant.11, 48 Dazu wurde die Linie 3 bis zum Platz der Einheit verkürzt. Die Linie 7 wurde während dieser Zeit eingestellt. Die Linie 8 verkehrte im Berufsverkehr von Montag bis Freitag mit geänderten Abfahrtszeiten. Als Ersatz für die Linie 7 wurde die Linie 9 im Berufsverkehr über Bisamkiez hinaus bis zum Stern verlängert und erhielt geänderte Abfahrtszeiten. Zwischen Platz der Einheit und Menzelstraße wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.


Bild 4
KT4D-Doppeltraktion auf der Linie 3, geführt von Tw 026, am Sonnabend, dem 4. Oktober 1986. Aufgrund der Gleiserneuerung in der Berliner Straße fuhr die Linie 3 nur bis Platz der Einheit und wendete dort. Statt vom Platz der Einheit/Süd fährt sie daher vom Platz der Einheit/West zum Bf. Rehbrücke.
Quelle: Wolfgang Meyer, Drehscheibe Online

Zur Gleiserneuerung sind Großverbundplatten zum Einsatz gekommen. Diese Bauform hatte sich aufgrund ungenügender Vorbereitung des Unterbaus vor dem Einbau einen schlechten Ruf erworben. Bei der Erneuerung dieses Streckenabschnitts wurde der Untergrund jedoch ebenfalls komplett erneuert und eine Tragschicht aus Asphalt hergestellt, auf die die Großverbundplatten verlegt worden sind. Im Ergebnis hatte diese Strecke eine lange Nutzungszeit von 25 Jahren bis zum Jahr 2011.12

Die Gleisanlagen des Wendedreiecks Menzelstraße wurden im Rahmen der Bauarbeiten im Jahr 1986 nicht erneuert.


Video 1
Mitfahrt vom Freitag, 20.07.90, 17:13 Uhr bis 17:16 Uhr, auf dem im Jahr 1986 erneuerten Streckenabschnitt einschließlich Fahrt in das Wendedreieck Menzelstraße auf der Linie 3 mit Kurs 4.

Die Führerstandsmitfahrten sind bei Youtube unter der CC BY Lizenz veröffentlicht.
Urheber ist Ralph Ulbrich. Es wurden keine Veränderungen an den Videos vorgenommen.

Im Zuge der Gleisbauarbeiten wurde in diesem Abschnitt auch der Straßenbelag erneuert. Nach Fertigstellung der Gleisverlegung erfolgte jedoch keine fristgerechte Lieferung von Randplatten und Platten zwischen den Gleisen, sodass die erneuerte Strecke zunächst mit einer Absperrung zur Fahrbahn in Betrieb genommen werden musste. An Straßenkreuzungen wurden einzelne Überfahrten durch Auspflasterung mit Schlackesteinen hergestellt. Nachdem die benötigten Betonplatten geliefert worden waren, blieben die Pflasterungen an diesen Stellen erhalten, sodass noch viele Jahre später erkennbar war, wo provisorisch eine Überfahrt gebaut worden war.


4. Chronologie des Jahres 1986


Bild 5
Am 3. Januar 1986 steht eine von Tw 020 geführte Doppeltraktion der Linie 6 in der Ankunftshaltestelle am Hauptbahnhof.


Bild 6
Ebenfalls am diesem Freitag wurde in der Wendeschleife Bf. Rehbrücke der Gotha-Zug 112+269+265 aufgenommen. Bei den Beiwagen 265 und 269 handelt es sich um die ersten ehemaligen Leipziger Beiwagen, die ab November 1985 eingesetzt wurden.


Bild 7
Hier der von Tw 112 gezogene Zug auf der Linie 1 und daneben der Zug 158+213+214 auf der Linie 3.

Am Mittwoch, dem 8. Januar 1986, kam es gegen 23:05 Uhr zu einem Fahrleitungsschaden in Höhe der Straße „Am Alten Friedhof”. Der Schaden konnte erst am darauffolgenden Vormittag behoben werden, sodass am 9. Januar 1986 im Frühberufsverkehr zwischen Platz der Einheit und Bf. Rehbrücke bzw. Stern Schienenersatzverkehr gefahren werden musste. Nach Beseitigung der Havarie wurde der Straßenbahnverkehr um 10:48 Uhr wieder aufgenommen.13, 43


Bild 8
Gotha-Zug 118+221+222 am 14. Januar 1986 auf der Linie 4 in der Wilhelm-Pieck-Straße kurz vor dem Platz der Einheit.


Bild 9
Ebenfalls am 14. Januar 1986 ist der Beiwagen 215 auf der Linie 1 an der Haltestelle Schwimmhalle auf der Fahrt zum Hauptbahnhof aufgenommen worden. Der Beiwagen hat keinen Kletterschutz an der Rammbohle, da er zuvor als mittlerer Beiwagen vor Bw 211 eingesetzt war.

Wegen Fahrleitungsarbeiten im Bereich der Haltestelle Plantagenstraße wurde der Straßenbahnverkehr am Freitag, dem 17. Januar 1986, von 8 Uhr bis 14 Uhr unterbrochen und zwischen Kulturhaus „Herbert Ritter“ und Fontanestraße Schienenersatzverkehr gefahren. Die Linie 9 wurde in diesem Zeitraum nicht eingesetzt, die Linien 5 und 10 fuhren in Richtung Fontanestraße über Friedrich-Engels-Straße und ab Kulturhaus „Herbert Ritter“ über die Humboldtbrücke zurück in die Innenstadt.14

Am frühen Sonnabendmorgen des 25. Januar 1986 wurde eine schwere Beschädigung der Fahrleitung durch ein Fahrzeug des Güterkraftverkehrs an der Gleisüberfahrt Bisamkiez verursacht. Bis zur Beseitigung des Schadens war bis 13:26 Uhr zwischen Waldstraße und Stern Schienenersatzverkehr nötig. Aufgrund des Schadens waren am Mittwoch, dem 29. Januar 1986, weitere Fahrleitungsarbeiten erforderlich. Dazu war zwischen Waldstraße und Bisamkiez von 8 Uhr bis 12 Uhr ein eingleisiger Betrieb vorgesehen, zudem wurde die Linie 8 eingestellt.15, 44


Bild 10
Haltestelle Bisamkiez ca. 1986 vor dem im Bau befindlichen Wohngebiet Am Schlaatz. Der Blick geht in die Straße Bisamkiez, an der Wand des Hauses die dazugehörige Giebelbrosche.16 An der links der Haltestelle befindlichen Gleisüberfahrt kam es zu dem Fahrleitungsschaden.
Der komplette fotografische Nachlass von Werner Taag liegt beim Potsdam Museum.


Zu einem weiteren Fahrleitungsschaden kam es am Sonntag, dem 2. Februar 1986, um 19 Uhr im Bereich der Haltestelle „Auf dem Kiewitt”. Die Beseitigung dauerte bis 21:45 Uhr, es wurde zwischen Platz der Einheit und Hauptbahnhof Schienenersatzverkehr eingerichtet.17, 45


Bild 11
KT4D 008 am Sonntag, dem 16. Februar 1986, bei einem Fotohalt an der Brücke über die Nuthe kurz hinter der Haltestelle Bisamkiez auf der Fahrt zum Stern, vermutlich im Rahmen einer Sonderfahrt.


Bild 12
In der verschneiten Endhaltestelle stehen am selben Tag KT4D 039 in einer Doppeltraktion als Linie 6 und KT4D 010 als Linie 8. Sie sind vermutlich aufgrund der am 15. und 16. Februar 1986 durchgeführten SED-Bezirksdelegiertenkonferenzen, von denen eine auch in Potsdam stattfand, beflaggt.19


Bild 13
In der Märkischen Volksstimme vom 19. Februar 1986 wurde darüber berichtet, dass die Potsdamer Straßenbahn im Vorjahr ca. 41,6 Millionen Fahrgäste befördert hatte. Das Bild zeigt eine KT4D-Doppeltraktion an der Haltestelle Bisamkiez.
Quelle: Märkische Volksstimme, 19. Februar 1986, S. 8.
Mit freundlicher Genehmigung der Märkischen Allgemeinen Zeitung ist es möglich, diesen historischen Zeitungsausschnitt hier zu zeigen.


Am Mittwoch, dem 19. Februar 1986, kam es zu starken Schneefällen im Stadtgebiet. Im Straßenbahn- und Busverkehr führte dies zu einigen Verspätungen, aber zu keinen Störungen oder Ausfällen.46

Wegen Gleisbauarbeiten im Bereich der Humboldtbrücke musste die Linie 4 am Sonnabend, dem 8. März 1986, über die Friedrich-Engels-Straße umgeleitet werden. Zwischen Platz der Einheit und Kulturhaus „Herbert Ritter“ verkehrte Schienenersatzverkehr.18


Bild 14
KT4D-Doppeltraktionen der Linie 6 mit Tw 026 an der Spitze am Hauptbahnhof im März 1986.


Bild 15
Seit Juli 1985 wurden auch die Gotha-Triebwagen mit Scherenstromabnehmern mit zwei Schleifstücken ausgestattet. Tw 115, der als erster Zweiachser einen solchen Stromabnehmer erhalten hat, ist hier im März 1986 an der Haltestelle Plantagenstraße fotografiert worden.


Bild 16
Gotha-Wagen (Zug 157+231+224 auf der Linie 5) unten und LOWA-Wagen (E 5 Mitteleinstiegswagen, im Bf. Babelsberg) oben, aufgenommen im März 1986.

Gleisbauarbeiten zwischen den Haltestellen Ravensbergweg und Toni-Stemmler-Straße machten am Mittwoch, dem 2. April 1986, zwischen 8 Uhr und 14:30 Uhr eine Unterbrechung der Linien 1 und 3 erforderlich. Ein Schienenersatzverkehr wurde zwischen Waldstraße und Bf. Rehbrücke eingerichtet.28

Am Sonntag, dem 20. April 1986, besuchte der damalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow während einer Visite in der DDR auch Potsdam. Er besichtigte den Ort des Potsdamer Abkommens, das Schloss Cecilienhof.29
In der Zeit von 11 Uhr bis 12:30 Uhr sowie von 14 Uhr bis 14:30 Uhr erfolgte zur An- und Abreise der Menschen entlang der Protokollstrecke eine Verdichtung des Straßenbahnverkehrs wie im Berufsverkehr. Zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr kam es in der Innenstadt sowie in der Heinrich-Mann-Allee zu Verkehrsbeeinträchtigungen und - unterbrechungen.30

Wie üblich fanden zum 1. Mai 1986 die typischen Demonstrationen in der Innenstadt statt. Der Straßenbahnverkehr wurde entsprechend des Sonnabendfahrplans aufgenommen. Ab 7:30 Uhr wurden auf allen Streckenabschnitten Verstärkungszüge eingesetzt, in Richtung Babelsberg ist jedoch lediglich der Streckenabschnitt über die Humboldtbrücke verstärkt worden.
Ab 8:30 Uhr wurde auf den Streckenabschnitten Menzelstraße - Platz der Einheit (Linie 3) sowie Kulturhaus „Herbert Ritter“ - Kapellenberg (Linie 5) Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Ab 9:00 Uhr wurde der Straßenbahnverkehr zum Hauptbahnhof unterbrochen (Linien 1, 4 und 6) und vom Platz der Einheit aus Schienenersatzverkehr gefahren.
Ab 9:55 Uhr wurde bis zum Ende der Demonstration der durchgehende Straßenbahnverkehr über die Lange Brücke (Linien 1, 3, 5, 6 und 8) unterbrochen. Die Linien vom Bf. Rehbrücke und Stern (Linien 1, 3, 6 und 8) verkehrten wie üblich bis zum Leipziger Dreieck. Gleichzeitig ist der Straßenbahnverkehr zum Kapellenberg (Linie 5) und zur Menzelstraße (Linie 3) wieder aufgenommen worden. Der Schienenersatzverkehr zwischen Kulturhaus „Herbert Ritter“ und Schwimmhalle blieb bestehen.31


Bild 17
Im Mai 1986 sind hier die KT4D-Prototypen 002+001 an der Dortustraße als Linie 6 zum Stern unterwegs.

Potsdam Transport 1986 Diashow mit 64 Bildern
Im Rahmen einer Sonderfahrt für die Light Rail Transit Association (LRTA), The London Underground Railway Society (LURS) und Buses Worldwide (BWW) wurde am Freitag, dem 23. Mai 1986, ein Teil des Streckennetzes befahren.
Die Fotos wurden von Steve Guess auf Flickr als Diashow zur Verfügung gestellt.

  Für einzelne Bildbeschreibungen bitte auf das Dreieck klicken.

 Slide 105-17 KT4D Doppeltraktion 016+ , die für die Sonderfahrt genutzt wurde, nach ihrer Ankunft am Hauptbahnhof.
Bei Tw 016 wurde im Mai 1986 eine Hauptuntersuchung mit Neulack abgeschlossen, das Fahrzeug sah somit wie neu aus.
Der zweite KT4D war entweder Tw 023 (HU mit Neulack März 1986), Tw 028 (HU mit Neulack Januar 1986) oder Tw 037 (HU mit Neulack Februar 1986).
 Slide 105-18,
         105-19
Neben die Sonderfahrt ist Gotha-Triebwagen 158 zusammen mit den nicht sichtbaren Beiwagen 213+214 auf der Linie 4 in die Endhaltestelle eingefahren. Der sehr schlechte Fahrzeugzustand bildet einen krassen Kontrast zum KT4D 016.
Tw 158 wurde im Oktober 1986 letztmalig im Linienverkehr eingesetzt und wurde danach zum Arbeitswagen umgebaut.
 Slide 105-21 Die Sonderfahrt mit KT4D 016+ steht in der Wendeschleife am Stern. Daneben die Doppeltraktion 014+, eingesetzt als Linie 8 zum Platz der Einheit.
 Slide 105-22 Aus Richtung Innenstadt erreichen nun die KT4D-Prototypen 002+001, ebenfalls als Linie 8, die Endhaltestelle Stern.
 Slide 105-23,
         105-24
KT4D-Doppeltraktion mit den beiden Prototypen 002+001 in der Endhaltestelle Stern.

 Slide 105-25 „Sonderzug“ 016+ bei einem Fotohalt in der Haltestelle Turmstraße während der Rückfahrt vom Stern in die Innenstadt von Potsdam.
 Slide 105-26,
         105-27
„Sonderzug“ 016+ bei einem Fotohalt zwischen der Brücke über die Nutheschnellstraße und der Brücke über die Bahnstrecke Berlin - Blankenheim auf dem damals noch nicht so stark bewachsenen Damm für die Straßenbahnstrecke zum Stern.
 Slide 105-28 Inzwischen ist der Linienzug der Linie 8 mit 002+001 herangefahren, sodass die Sonderfahrt weiterfahren muss.
 Slide 105-29 Das Neubaugebiet am Schlaatz, Blick in die Straße „An der alten Zauche“. Ikarus-Bus Nr. 950 ist auf der Linie D an der Haltestelle Magnus-Zeller-Platz aus der Straßenbahn heraus fotografiert worden.
 Slide 105-30 Ikarus-Bus 66 an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße / Wilhelm-Pieck-Straße (heute Charlottenstraße) ebenfalls vermutlich aus der Straßenbahn heraus fotografiert.
 Slide 105-31 Die Sonderfahrt hat die damalige Endstelle Kapellenberg mit ihrem Wendedreieck erreicht. Auf der Linie 5 ist der Gotha-Gelenkwagen 173 zusammen mit dem Beiwagen 217 eingesetzt.
 Slide 105-32 Gotha-Zug 173+217 steht in der Abfahrthaltestelle, während der Sonderzug dahinter steht.
 Slide 105-33 Inzwischen fuhr aus der Innenstadt der Gotha-Zug 159+258+219 in die Ankunftshaltestelle ein. Eine Linienbezeichnung ist nicht zu erkennen.
 Slide 105-37,
         105-38
Im Betriebshof Heinrich-Mann-Allee, zur Verschrottung vorgesehener O-Bus Typ Škoda 9Tr, Nr. 30.

 Slide 105-39 Im Betriebshof Heinrich-Mann-Allee stehen links der Rekotriebwagen 162 (ex BVB 217 145) vor seiner Inbetriebnahme, daneben der Gotha-Triebwagen 107 sowie der Gotha-Zug 101+239+233.
 Slide 105-39 Ebenfalls im Betriebshof Heinrich-Mann-Allee wurde der ehemalige Leipziger Gelenkwagen 1148 fotografiert, der in Potsdam nie eingesetzt wurde.
 Slide 105-35 Zurück zur Endhaltestelle Kapellenberg. Gothazug 159+258+219 ist rückwärts in das Wendegleis eingefahren und muss nun warten, dass zunächst die Linie 5 mit 173+217 abfährt und danach die Sonderfahrt mit KT4D 016+ das Wendedreieck verlässt.
 Slide 105-36 In der Wagenhalle des Betriebshofs Heinrich-Mann-Allee wurde der Arbeitstriebwagen 305 fotografiert.
 Slide 105-41 Auf der Freifläche des Betriebshofs Heinrich-Mann-Allee standen zur Verschrottung vorgesehenen Wagen, vorne der ex-BVB Rekotriebwagen 217 213.
 Slide 105-42 Auf dem ehemaligen Busbahnhof am Bassinplatz wurde Ikarus-Bus Nr. 19 nach Falkensee (damalige Linie D-4) aufgenommen.
 Slide 105-43
    bis 105-49
Die Fläche nördlich der Kirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz wurde zum Abstellen von Bussen genutzt. Im Hintergrund ist teilweise das Holländische Viertel zu erkennen, das sich damals in einem sehr schlechten Zustand befand.
 Slide 105-50
    bis 105-55
Abgestellte Busse auf Busbahnhof am Bassinplatz, bei Slide 105-50 im Hintergrund die Französische Kirche.

 Slide 105-57 Ikarus-Bus 901 südlich des Nauener Tors in der Friedrich-Ebert-Straße.
 Slide 105-56 Blick auf den Busbahnhof am Bassinplatz mit der Kirche St. Peter und Paul im Hintergrund. Im Vordergrund wird für das 32. Pressefest der Märkischen Volksstimme am 31. Mai und 1. Juni 1986 geworben.
 Slide 105-58 Ein Gotha-Gelenkzug fährt als Linie 5 durch das Nauener Tor.
 Slide 105-59 Ikarus-Reisebus südlich des Nauener Tors.
 Slide 105-60 Ikarus-Bus am Busbahnhof Bassinplatz.
 Slide 105-61 In der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße wurden ein Ikarus-Ganz-Obus Nr. 453 sowie der Škoda 14Tr Nr. 404 fotografiert. Die Fahrerin des 453 legt die Stromabnehmerstangen an.
 Slide 105-63 Škoda 14Tr Nr. 404 wurde für die Sonderfahrt genutzt, hier in der nördlichen Karl-Liebknecht-Straße in der Nähe des Karl-Liebknecht-Stadions.
 Slide 105-64 Ikarus-Ganz-Obus Nr. 453 fuhr anscheinend im Linienverkehr der Linie A, hier ebenfalls in der nördlichen Karl-Liebknecht-Straße in der Nähe des Karl-Liebknecht-Stadions.
 Slide 105-66 Škoda 14Tr O-Bus in der südlichen Karl-Liebknecht-Straße, südlich von Bahnhof Babelsberg, in der Nähe des Lutherplatzes.
 Slide 105-66
    bis 105-70
Unter anderem Škoda 14Tr Nr. 401 als „Jugendbus“ an der Endhaltestelle Steinstraße.

 Slide 105-65 Ikarus-Ganz-Obus Nr. 453, anscheinend doch für die Sonderfahrt genutzt, hier in der nördlichen Karl-Liebknecht-Straße in der Nähe des Karl-Liebknecht-Stadions.
 Slide 105-79 Gruppenfoto am Hauptbahnhof, im Hintergrund steht KT4D 016.
 Slide 105-81 Inzwischen ist Gotha-Tw 104 auf der Linie 4 angekommen.
 Slide 105-80 Gruppenfoto am Hauptbahnhof, im Hintergrund steht KT4D 016.
 Slide 105-71a,
         105-71
Škoda 14Tr O-Bus in der „Ernst-Thälmann-Straße“ (heute Großbeerenstraße), im Hintergrund der Bahnübergang am Bf. Drewitz (heute Bf. Potsdam Medienstadt Babelsberg)
 Slide 105-72 Škoda 14Tr Nr. 404 in der „Ernst-Thälmann-Straße“ kurz vor dem Lutherplatz.
 Slide 105-73 Ikarus-Ganz-Obus Nr. 454 an der Haltestelle Bf. Babelsberg.
 Slide 105-74 Škoda 14Tr Nr. 410 auf der Linie B in der Karl-Liebknecht-Straße / Rudolf-Breitscheid-Straße.
 Slide 105-75,
         105-76
Lok 110 752 (Bw Brandenburg) im Bahnhof Babelsberg mit einem Personenzug in Richtung Brandenburg (evtl. P 3462).

 Slide 105-77 Auf den Ferngleisen am Bahnhof Babelsberg fährt 132 623 (Bw Berlin Ostbf) mit einem Transitzug in Richtung West-Berlin.
 Slide 105-78 KT4D 016 auf Sonderfahrt in der Geschwister-Scholl-Straße an der Haltestelle Schloss Charlottenhof auf der Fahrt zum Hauptbahnhof.
 Slide 105-82 Von Potsdam Hbf nach Berlin-Karlshorst wurde mit dem Zug gefahren, hier nach der Ankunft in Berlin-Karlshorst.


Aufgrund von Fahrleitungsarbeiten wurde von Montag, dem 9. Juni, bis Mittwoch, dem 11. Juni 1986, jeweils von 8 Uhr bis 14 Uhr die Linie 6 zwischen Waldstraße und Johannes-Kepler-Platz abschnittsweise eingleisig betrieben. Die Linie 8 verkehrte in dieser Zeit nicht.20

Am 9. Juni 1986 kam es darüber hinaus zu einer Entgleisung einer Straßenbahn der Linie 6 am Abzweig Waldstraße. Der Verkehr zum Stern war zwischen 8:22 Uhr und 9:05 Uhr unterbrochen, Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.47 Sofern die oben aufgeführten Fahrleitungsarbeiten wie geplant um 8 Uhr begonnen hatten, muss diese Entgleisung während des eingleisigen Betriebs erfolgt sein.


Bild 18
KT4D-Doppeltraktion bestehend aus den Tw 034 und 035 am 17. Juni 1986 auf der Linie 8 bei der Umfahrung des Platzes der Einheit.

Wegen Gleisbauarbeiten zwischen den Haltestellen Waldstraße und Ravensbergweg wurde der Verkehr der Linien 1 und 3 am Dienstag, dem 24. Juni 1986, zwischen 8 Uhr und 14:30 Uhr unterbrochen und Schienenersatzverkehr zwischen Waldstraße und Bf. Rehbrücke eingerichtet.32

Wegen Fahrleitungsarbeiten im Bereich der Leninallee wurde der Verkehr der Linien 1, 4 und 6 am Sonnabend, dem 19. Juli 1986, in der Zeit von 6 Uhr bis 19 Uhr unterbrochen. Zwischen Platz der Einheit und Hauptbahnhof bestand Schienenersatzverkehr.
Die Linie 4 ist während dieses Zeitraums komplett eingestellt worden und wurde zwischen Platz der Einheit und Fontanestraße durch eine verlängerte Linie 8 ersetzt.34


Bild 19
Anscheinend fand im Sommer 1986 eine weitere Sonderfahrt mit den KT4D 028+016 statt. Das Foto wurde am Platz der Nationen aufgenommen.

  Für weitere Fotos dieser Sonderfahrt bitte auf das Dreieck klicken.


Bild 20
Gotha-Zug 116+220+210 am Platz der Nationen auf der Linie 1.


Bild 21
KT4D 016 als zweiter Triebwagen der Doppeltraktion und im Hintergrund Bw 271 an der Endhaltestelle Hauptbahnhof.


Bild 22
Nochmals Gotha-Zug 116+220+210, diesmal am Hauptbahnhof.


Bild 23
Tw 016 vermutlich bei einem Fotohalt auf der Sternstrecke.


Bild 24
Tw 037 auf der Linie 8 an der Endhaltestelle Stern. Am Wochenende verkehrte die Linie 8 nur mit Solo-KT4D.


Bild 25
Tw 002+001 auf der Linie 6 und Tw 037 auf der Linie 8 an der Endhaltestelle Stern.

Am 22. Juli 1986 kam es zu einem Rohrbruch der Trinkwasserhauptdruckleitung in der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe der Johannes-Dieckmann-Allee (heute Alleestraße). Der Straßenbahnverkehr musste unterbrochen werden, da sowohl Straße als auch das Gleisbett nicht mehr befahrbar waren. Schienenersatzverkehr wurde zwischen Platz der Einheit und Kapellenberg eingerichtet.22,33

Am Mittwoch, dem 23. Juli 1986, fuhr um 10:43 Uhr ein Lkw in der Rudolf-Breitscheid-Straße kurz vor der Endhaltestelle Fontanestraße gegen einen Straßenbaum, der umkippte und die Fahrleitung beschädigte. Infolgedessen kam es zu einer Unterbrechung der Linien 4, 5, 9 und 10 für ca. 25 Minuten.22

Ebenfalls wegen Fahrleitungsarbeiten, diesmal in der Friedrich-Engels-Straße, wurde die Linie 5 am Sonnabend, dem 26. Juli 1986, über die Humboldtbrücke umgeleitet und es wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet.21


Bild 26
KT4D 007 auf der Linie 7 am 1. August 1986 auf der Nuthebrücke am Schlaatz während der Fahrt zur Menzelstraße, im Hintergrund die Wendeschleife Bisamkiez mit einem KT4D auf der Linie 9.
Quelle und Urheberrecht: ddrbildarchiv.de, Lizenz-Nr.: ddr16062026-12

Aufgrund von Gleisbauarbeiten hinter der Haltestelle Schwimmhalle (Richtung Fontanestraße) wurde die Linie 5 von Freitag, dem 15. August 1986, 20 Uhr bis Sonnabend, dem 16. August 1986, 4:30 Uhr über Humboldtbrücke umgeleitet und Schienenersatzverkehr eingerichtet.35

Am Dienstag, dem 2. September 1986, wurden in der Zeit von 8 Uhr bis 14 Uhr Gleisbauarbeiten im Bereich der Endhaltestelle Kapellenberg durchgeführt. Der Verkehr der Linie 5 wurde unterbrochen und zwischen Platz der Einheit und Kapellenberg Schienenersatzverkehr durchgeführt. Für die Linien 5 und 9 wurde ein Kreisverkehr eingeführt: Die Linie 5 fuhr von der Fontanestraße kommend ab Platz der Einheit/Süd die Strecke der Linie 9 über die Humboldtbrücke zurück nach Babelsberg, während die Linie 9 ab Platz der Einheit/Süd die Fahrten der Linie 5 übernahm und über die Friedrich-Engels-Straße zur Fontanestraße zurückkehrte.36

Am Sonntag, dem 14. September 1986, fand die alljährliche Kundgebung zum Gedenken an die Opfer des Faschismus auf dem Platz der Einheit statt. Im Straßenbahnverkehr wurde ab 8:30 Uhr auf den Strecken zum Stern, Bf. Rehbrücke, Babelsberg, Bisamkiez und Prof.-Ludschuweit-Allee so verdichtet, dass das Platzangebot über dem Berufsverkehr lag. Die Linie 4 wurde über Friedrich-Engels-Straße umgeleitet. Die Strecken zur Menzelstraße, zum Zentrum Ost sowie zum Kapellenberg wurden mit Schienenersatzverkehr bedient. Von 9:35 Uhr bis 10 Uhr erfolgte eine Unterbrechung des Straßenbahnverkehrs am Platz der Einheit.23


Bild 27
Tw 010 und Tw 021 waren am 18. September 1986 auf der Linie 9 am Platz der Einheit/Süd bzw. schon in der Heinrich-Rau-Allee unterwegs.
Der komplette fotografische Nachlass von Werner Taag liegt beim Potsdam Museum.


Am Freitag, dem 19. September 1986, verusachte um 8:40 Uhr ein Lkw einen Verkehrsunfall in der Leninallee in Höhe Wilhelm-Külz-Straße. Dabei wurde ein Lichtmast umgefahren und Fahrleitungsanlagen der Straßenbahn beschädigt. Bis 9:50 Uhr musste Schienenersatzverkehr für die Linien 1, 4 und 6 zwischen Platz der Einheit und Hauptbahnhof gefahren werden.24


Bild 28
Im September 1986 erhielt die Haltestelle Kulturhaus „Herbert Ritter“ in Fahrtrichtung Fontanestraße eine Haltestelleninsel. In und hinter der Haltestelle sind auf den Linien 9 und 10 eingesetzte KT4D zu sehen.
Quelle: Märkische Volksstimme, 3. Oktober 1986, S. 8.
Mit freundlicher Genehmigung der Märkischen Allgemeinen Zeitung ist es möglich, diesen historischen Zeitungsausschnitt hier zu zeigen.



Bild 29
Mit dem Gotha-Zug 120+229+230, eingesetzt am 24. September 1986 auf der Linie 4, ist einer der wenig ansehnlichen Straßenbahnzüge in der Leninallee fotografiert worden.

Am 27. September 1986 fand eine Sonderfahrt für Erfurter Straßenbahnfreunde statt.


Bild 30
Gotha-Zug 118+221+222 mit HU vom Februar 1985 auf der Linie 1 und der sechs Jahre alte KT4D 020 auf der Linie 3 in der Endhaltestelle am Bf. Rehbrücke am 27. September 1986.


Bild 31
Nach Bau der Haltestelleninsel am Kulturhaus „Herbert Ritter“ ist wahrscheinlich im Oktober 1986 dieses Bild mit KT4D 034 und Ikarus-Ganz-O-Bus 455 vor der Kulisse des Rathauses Babelsberg (bzw. damals Kulturhaus) aufgenommen worden.
Der komplette fotografische Nachlass von Werner Taag liegt beim Potsdam Museum.



Bild 32
Die von Tw 034 geführte Doppeltraktion ist interessanterweise auf der Linie 9 unterwegs. Verkehrspolizei und andere Personen stehen am Straßenrand und scheinen die umgebaute Ampelanlage zu beobachten.
Der komplette fotografische Nachlass von Werner Taag liegt beim Potsdam Museum.


Vom 1. Oktober 1986 bis 22. November 1986 wurde eine Gleiserneuerung in der Berliner Straße zwischen Mangerstraße und Menzelstraße durchgeführt.11


Bild 33
Gotha-Dreiwagenzug 119+207+208 am Bf. Rehbrücke, eingesetzt auf der Linie 1, im schönen Herbstlicht am Sonnabend, dem 4. Oktober 1986.
Quelle: Wolfgang Meyer, Drehscheibe Online


Bild 34
KT4D 006+007 auf der Linie 5 vor dem Nauener Tor ebenfalls am Sonnabend, dem 4. Oktober 1986.
Mehr Fotos von diesem Tag gibt es hier: Wolfgang Meyer, Drehscheibe Online

Von Freitag, dem 17. Oktober 1986, 8:30 Uhr bis Montag, dem 20. Oktober 1986, 24 Uhr mussten wegen Gleisbauarbeiten an der im Vorjahr eröffneten Strecke über die Humboldtbrücke die Linien 4 und 9 außerhalb des Berufsverkehrs in jeweils einer Richtung über die Friedrich-Engels-Straße umgeleitet werden.37


Bild 35
Im Oktober 1986 wurde die Haltestelle „Alt Nowawes” nachträglich mit einem Wartehäuschen für die Fahrtrichtung Innenstadt ausgestattet.
Quelle: Märkische Volksstimme, 25. Oktober 1986, S. 8.
Mit freundlicher Genehmigung der Märkischen Allgemeinen Zeitung ist es möglich, diesen historischen Zeitungsausschnitt hier zu zeigen.


Wegen Gleisbauarbeiten zwischen Johannes-Kepler-Platz und Stern musste der Verkehr der Linie 6 vom Mittwoch, dem 29. Oktober 1986, bis Freitag, dem 31. Oktober 1986, jeweils zwischen 20 Uhr und 4:30 Uhr des Folgetags bis Bisamkiez verkürzt werden. Zwischen Waldstraße und Gaußstraße bestand Schienenersatzverkehr.38

Aufgrund erforderlicher Gleisbauarbeiten zwischen Luftschiffhafen und Hauptbahnhof musste der Verkehr der Linien 1 und 6 von Mittwoch, dem 5. November 1986, 20 Uhr bis Donnerstag, dem 6. November 1986, 4:30 Uhr unterbrochen werden. Die Straßenbahnen fuhren bis Luftschiffhafen, zwischen Hauptbahnhof und Im Bogen bestand Schienenersatzverkehr.39

Gleisbauarbeiten zwischen Waldstraße und Bf. Rehbrücke führten zu einer Unterbrechung der Linien 1 und 3 von Donnerstag, dem 6. November 1986, bis Donnerstag, dem 13. November 1986, jeweils zwischen 20 Uhr und 4:30 Uhr des Folgetags. Schienenersatzverkehr wurde gefahren.39

Der Fahrstrom für die Straßenbahn fiel im morgendlichen Berufsverkehr am 12. November 1986 im Zentrum von Potsdam aus. Der Straßenbahnverkehr konnte nach ca. 20 Minuten nach Behebung der Ursache durch die Havariegruppe des Verkehrsbetriebs wieder aufgenommen werden.25

Gleisbauarbeiten zwischen Kulturhaus „Herbert Ritter“ und Fontanestraße führten zu einer Unterbrechung der Linien 4 und 5 von Freitag, dem 14. November 1986, bis Sonnabend, dem 15. November 1986 sowie von Donnerstag, dem 20. November 1986, bis Freitag, dem 21. November 1986, jeweils zwischen 20 Uhr und 4:30 Uhr des Folgetags. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.40

Erneute Gleisbauarbeiten zwischen Luftschiffhafen und Hauptbahnhof machten eine Unterbrechung der Linien 1 und 6 von Montag, dem 24. November 1986, 20 Uhr, bis Dienstag, dem 25. November 1986, 4:30 Uhr erforderlich. Der Straßenbahnverkehr wurde wieder bis Luftschiffhafen durchgeführt, es gab einen Schienenersatzverkehr zwischen Im Bogen und Hauptbahnhof.41


Bild 36
Am Sonntag, dem 30. November 1986, steht KT4D-Prototyp 002 im Rahmen einer Sonderfahrt in der Haltestelle Bruno-Baum-Straße.


Bild 37
Die Sonderfahrt führte unter anderem zum Kapellenberg. Hier sind die KT4D 010+009 am selben Tag im Einsatz auf der Linie 5 an der Abfahrthaltestelle zu sehen.

Am Montag, dem 1. Dezember 1986, blockierte um 14:15 Uhr ein Straßenbahnfahrzeug wegen eines technischen Schadens die Strecke zum Stern kurz vor dem Magnus-Zeller-Platz. Der Straßenbahnverkehr wurde innerhalb kurzer Zeit am Schadfahrzeug eingleisig vorbeigeführt. Die Havariegruppe Schienenfahrzeuge des Verkehrsbetriebs benötigte mehrere Stunden zum Bergen des Fahrzeugs. Um 20:34 Uhr konnte die Strecke wieder zweigleisig befahren werden.49

Wie jedes Jahr kam es im Dezember zu veränderten Verkehrszeiten der Straßenbahn. Am Sonnabend, 6. Dezember 1986, wurde nach dem Fahrplan für Mo-Fr gefahren. An den Einkaufssonntagen am 14. und 21. Dezember 1986 ist zwischen 13 Uhr und 18 Uhr der Straßenbahnverkehr durch zusätzliche Einsatzzüge zwischen Fontanestraße und Prof.-Ludschuweit-Allee (über die Humboldtbrücke) sowie zwischen Bisamkiez und Prof.-Ludschuweit-Allee verstärkt worden.26

Am Montag, dem 15. Dezember 1986, führte ein Schaden an der Oberleitung in der Heinrich-Mann-Allee in Höhe Friedhöfe zwischen 7:07 Uhr und 7:30 Uhr zu einer Unterbrechung im Straßenbahnverkehr. Auch für diesen kurzen Zeitraum wurde angeblich Schienenersatzverkehr eingerichtet.27

Zudem kam es am selben Tag um 11:52 Uhr zu einer Entgleisung eines Wagens in der Wendeschleife Bf. Rehbrücke.27

Gleisbauarbeiten an der Strecke über die Humboldbrücke am Dienstag, dem 16. Dezember 1986, sowie am Mittwoch, dem 17. Dezember 1986, jeweils zwischen 20 Uhr und 0 Uhr führten zu einer einseitigen Umleitung der Linie 4 über die Friedrich-Engels-Straße (am 16. Dezember in Richtung Fontanestraße und am 17. Dezember in Richtung Platz der Einheit).42

Veränderten Straßenbahnverkehr gab es wie immer auch zu Weihnachten und Silvester 1986. Die Abweichungen waren weitestgehend mit dem Vorjahr identisch. Am 24. und 31. Dezember 1986 wurde der Nachmittagsberufsverkehr auf allen Linien auf die Zeit zwischen 10 Uhr und 12 Uhr vorgezogen. Die Linien 9 und 10 verkehrten auch zwischen den HVZ bis Bisamkiez bzw. Prof.-Ludschuweit-Allee. Ab 12 Uhr wurde zum Sonnabendverkehr mit einigen Änderungen (verkürzte Verkehrszeiten, Linie 8 am 24. Dezember nur bis ca. 14:00 Uhr) übergegangen.26

Am 31. Dezember 1986 wurde mit dem KT4D 014 erstmals eine Straßenbahn für eine Hochzeitsfahrt eingesetzt. Die Fahrt führte mit dem Brautpaar und Gästen zum Standesamt in der Friedrich-Ebert-Straße und danach zu Stern.12, 53


5. Entwicklung des Wagenparks1

5.1. KT4D

Bezüglich der KT4D ist mit der Wiederinbetriebnahme der unfallbeschädigten Tw 011II, Tw 017 sowie Tw 004 eine erhebliche Verbesserung der Einsatzfähigkeit des Wagenparks erreicht worden.


Bild 38
Im Sommer 1986 wurde der Zug 011+016 auf der Linie 7 am Platz der Einheit/Süd im Regen aufgenommen. Tw 011II ist nach Reparatur seit dem 11. Juni 1986 wieder eingesetzt worden, Tw 016 nach der Hauptuntersuchung seit dem 5. Mai 1986. Beide Fahrzeuge strahlen im neuen Lack und haben moderne Einholmstromabnehmer erhalten.

Im Jahr 1986 kamen nach Aufarbeitung mit Neulackierung folgende KT4D in den Einsatz:
028
037
023
016
011
017
004
Januar 1986
Februar 1986
März 1986
Mai 1986
Juni 1986
November 1986
Dezember 1986

Am 8. September 1986 wurde die Umstellung auf handbediente Lochentwerter in den Straßenbahnzügen abgeschlossen. Die letzten damit ausgerüsteten Fahrzeuge waren die KT4D-Prototypen 001 und 002.


Bild 39
Blick in den Innenraum des Tw 001 im August 1986 nach der Abfahrt vom Stern. Gut zu erkennen sind die noch vorhandenen elektromechanischen Stempelentwerter, die einen Monat später auch in diesem Fahrzeug gegen handbediente Lochentwerter ausgetauscht wurden.


Bild 40
Kurz vor der Wiederinbetriebnahme befand sich KT4D 017 am 27. September 1986, als er in der Hauptwerkstatt Holzmarktstraße fotografiert wurde. Bei einem Unfall am 16. Dezember 1980 wurde das damals erst ein Jahr alte Fahrzeug schwer beschädigt. Der Wiedereinsatz erfolgte am 10. November 1986.


Bild 41
Der im Juni 1986 nach langer Abstellzeit und Reparatur wieder in Betrieb genommene Tw 011II steht am 30. November 1986 im Betriebshof. Auch dieser Wagen hatte nach nur einem Jahr Einsatz einen schweren Unfall im Oktober 1981.


Nach HU-Abnahme am 17. Dezember 1986 kam Tw 014 aus der Werkstatt.

5.2 Gotha-Wagen

Anfang 1986 wurden die Gotha-Züge in den folgenden Zugkombinationen eingesetzt:
101+239+233
102+256+263
104+201+211
105+237+238
106+223+216
107+203+204
108+262+257
109+258+219
110+205+261
112+269+265
115+259+226
116+220+210
117+227+228
118+221+222
119+207+208
120+229+230
157+231+224
158+213+214
159+225+206
170+235
171+218
173+217
174+234
175+236
177+209
179+260
180+215

Im Januar 1986 wurde Tw 109 nach einem Unfall abgestellt und bis Juni 1987 repariert. Mit seinen bisherigen Bw wurde der Dreiwagenzug 159+258+219 gekuppelt. Die zuvor hinter Tw 159 fahrenden Bw 206 und 225 wurden abgestellt und im Juli 1989 verschrottet.

Nach HU und Neulackierung kam im Januar 1986 Zug 174+234 in den Einsatz. Wie zuvor bereits Gotha T2-64 erhielt er als erster G4 vorne nur einen roten Streifen, ähnlich dem Anlieferungszustand.


Bild 42
Im März 1986 wurde der Zug 174+234 auf der Linie 1 bei der Ankunft am Hauptbahnhof aufgenommen.


Bild 43
Beiwagen 234, hier schon in der Abfahrtshaltestelle Hauptbahnhof auf der Linie 1 aufgenommen.

Ebenfalls Anfang 1986 wurde der Zug 177+209 nach Instandsetzung und Neulack wieder im Linienverkehr eingesetzt.


Bild 44
Tw 177 zusammen mit dem Bw 209 im Mai 1986 auf der Linie 1 in der Wilhelm-Pieck-Straße.

Am 15. Mai 1986 kam ein weiterer G4-Zug in den Linienverkehr. Er bestand aus dem seit 1982 nach Unfall abgestellten Tw 178 und dem Bw 270, der als dritter ex Leipziger Beiwagen in Betrieb genommen wurde. Beide Wagen erhielten HU, Neulack und braune Sitze.

Als einziger ex Leipziger Gotha-Gelenkwagen gelangte ab 15. August 1986 Tw 186 in den Linienverkehr. Gekuppelt wurde er mit dem vierten ex Leipziger Beiwagen 271. Diese Kombination blieb bis zum Einsatzende 1990 unverändert. Zuvor waren eine Hauptuntersuchung mit umfangreichen Instandsetzungsarbeiten und Neulackierung erforderlich gewesen. Auch diese Wagen erhielten braune Sitze. Alle weiteren aus Leipzig übernommenen Wagen blieben als Ersatzteilspender ohne Einsatz in Potsdam. Die vorgesehenen Wagennummern blieben unbesetzt.


Bild 45
Der frisch sanierte Zug 186+271 befährt als Dienstfahrt die Heinrich-Rau-Allee. Nur bei diesem Zug wurden auch die Fenstergummis mitlackiert.

Im August 1986 begann die ausschließliche Nutzung des Gotha-Gelenkwagens 180 als Fahrschulfahrzeug ohne Beiwagen.54, 55 Der Beiwagen wurde umgekuppelt in Zug 171+215. Beiwagen 218 wurde abgestellt bis zur HU 1987.


Bild 46
Der Triebwagen 180 war zuvor mit dem letzten Beiwagen des Typs B57, Beiwagen 251, gekuppelt, der im September 1985 abgestellt worden war. Anschließend war er bis August 1986 mit dem Bw 215 unterwegs, hier auf der Linie 5 in der Friedrich-Ebert-Straße kurz vor dem Platz der Einheit.


Der Dreiwagenzug 158+213+214 hatte im Oktober 1986 seinen letzten Einsatz. Der Triebwagen 158 wurde später Arbeitswagen, Beiwagen 213 wurde im Juli 1989 verschrottet und Beiwagen 214 kam nach Hauptuntersuchung im Juni 1987 zurück in den Linienverkehr.

Seit Mitte Dezember 1986 wurde der Gotha-Tw 158 als Arbeitstriebwagen in der Hauptwerkstatt Holzmarktstraße eingesetzt. Dazu wurde die Scharfenbergkupplung durch eine Albertkupplung ersetzt.51 Eine Aufarbeitung und Neulackierung als Arbeitswagen 891 erhielt der Wagen erst 1987. Durch diesen Wagen konnte der letzte LOWA-Wagen ATw 303 abgestellt werden.

Im Jahr 1986 wurden bei Gotha-Wagen nur Neulackierungen an den G4-Gelenkwagen und zugehörigen Beiwagen, nicht aber an Dreiwagenzügen vorgenommen.

5.3 Reko-Wagen

Am Montag, dem 17. Februar 1986, wurde erstmals einer der Ende 1985 aus Berlin übernommenen Reko-Züge im Liniendienst eingesetzt. Es handelte sich dabei um den Zug 160+274+276, der fast ausschließlich auf der Linie 3 als Berufsverkehrsverstärker verkehrte.52


Bild 47
Der Rekozug 160+274+276 ist am Donnerstag, dem 25. September 1986, als Linie 3 an der Haltestelle Schwimmhalle am Brauhausberg in Richtung Bf. Rehbrücke unterwegs. Noch sind die früheren Berliner Fahrzeugnummern nicht entfernt worden. Mit doppelten Wagennummern fuhr nur dieser Zug.

Ab dem 29. Oktober 1986 wurde der zweite ex-BVB Rekowagenzug 162+273+272 eingesetzt, zunächst ebenfalls auf der Linie 3 als Berufsverkehrsverstärker.


Bild 48
Rekozug 162+273+272 repräsentiert am 30. November 1986 im Betriebshof die etwas härtere Art, Straßenbahn zu fahren. Die Berliner Fahrzeugnummern wurden vor dem Ersteinsatz entfernt.


Ab dem 16. Dezember 1986 wurde schließlich auch der dritte ex-BVB Rekowagenzug 161+275+277 eingesetzt. Die Fahrgäste dürfte es nicht gefreut haben, da diese Fahrzeuge durch sehr schlechte Fahreigenschaften auffielen und die ungewohnte Stufe im Innenraum zur Stolperfalle wurde.


6. Wagenpark der Straßenbahn Potsdam zum 31. Dezember 198656

KT4D (44 Stück, davon 3 unfallbeschädigt, somit 41 einsetzbar)
001, 002 
003 bis 009
010 bis 019  
011II, 020, 021
022 bis 038
039 bis 042
043
044
Baujahr 1972 (Prototyp) 
Baujahr 1977
Baujahr 1979 (Tw 011I verschrottet, Tw 018 Totalschaden)
Baujahr 1980  
Baujahr 1981 (Tw 022, 038 Totalschaden)
Baujahr 1982
Neuaufbau aus Rohbauwagenkasten 1983
Baujahr 1983

Gotha-Triebwagen T2-64 (21 Stück, davon 3 unfallbeschädigt, 1 Arbeitswagen, somit 17 einsetzbar)
101 bis 112 
113 bis 120
157 bis 159
Baujahre 1965 bis 1967, ex Karl-Marx-Stadt (Tw 111 verschrottet, Tw 103, 10950 unfallbeschädigt)
Baujahre 1965 bis 1966, ex Magdeburg (Tw 113 unfallbeschädigt, Tw 114 verschrottet)
Baujahr 1967 (Tw 158 als ATw in der Hauptwerkstatt, später ATw 891)

Gotha-Gelenkwagen G4-61 (3 Stück, davon 3 abgestellt, somit keiner einsetzbar)
(181 bis 183) Baujahre 1963, 1964, ex Leipzig (alle abgestellt)

Gotha-Gelenkwagen G4-65 (12 Stück, davon 2 abgestellt, 1 Fahrschulwagen, somit 9 einsetzbar)
170
171 bis 180 
186
(184 bis 185)
Baujahr 1965
Baujahr 1967 (Tw 172 und 176 verschrottet, Tw 180 Fahrschulwagen55)
Baujahr 1967, ex Leipzig
Baujahr 1965, ex Leipzig (alle abgestellt)

Gotha-Beiwagen B2-64 (53 Stück, davon 10 abgestellt, somit 43 einsetzbar)
201 bis 224 
225 bis 240 
256 bis 263
265
269 bis 271
(264)
(266 bis 268)
Baujahre 1965 bis 1967, ex Karl-Marx-Stadt (Bw 212 verschrottet, 202, 206, 213, 214, 218 abgestellt1, 55)
Baujahre 1965 bis 1969, ex Magdeburg (Bw 232, 240 verschrottet, 225 abgestellt55)
Baujahre 1967 und 1969
Baujahr 1966, ex Leipzig
Baujahr 1967, ex Leipzig
Baujahr 1966, ex Leipzig (abgestellt)
Baujahr 1967, ex Leipzig (alle abgestellt)

Gotha-Beiwagen B57 (1 Stück, davon 1 abgestellt, somit keiner einsetzbar)
251  Baujahr 1959 (abgestellt) 


Bild 49
Seit 15. August 1986 war der ex-Leipziger Gotha-Gelenkwagenzug 186+271 in Potsdam im Einsatz, hier am 27. September 1986 in der Hauptwerkstatt Holzmarktstraße.


Bild 50
KT4D 022 (Totalschaden nach dem schweren Auffahrunfall vom 4. November 1985) und Reko-Bw 267 012 (Ersatzteilspender) am 30. November 1986 im Betriebshof.

Reko-Triebwagen TE (4 Stück, davon 1 abgestellt, somit 3 einsetzbar)
160 bis 162 
(ex BVB 217 213) 
(ex BVB 217 217) 
Typ TE 59, Baujahr 1962, ex Berlin 
Typ TE 63/1, Baujahr 1964, ex Berlin, Ersatzteilspender (Kabelbrand), verschrottet50
Typ TE 63/2, Baujahr 1964, ex Berlin, Ersatzteilspender (Fahrschalterbrand), abgestellt1

Reko-Beiwagen BE (8 Stück, davon 2 abgestellt, somit 6 einsetzbar)
272 bis 277 
(ex BVB 267 012, 
 ex BVB 267 019)
Typ BE 59/1, Baujahr 1960, ex Berlin 
Typ BE 59/1, Baujahr 1960, ex Berlin, Ersatzteilspender (Unfallwagen), abgestellt1


Arbeitstriebwagen (4 Stück, davon 1 abgestellt, somit 3 einsetzbar)
302 
303 
304
305 
Typ  T 57, Baujahr 1959, Umbau zum ATw 1980, ex Tw 150, Werkstattwagen der Hauptwerkstatt Holzmarktstraße 
Typ ET 54, Baujahr 1955, Umbau zum ATw 1980, ex Tw 144, Gleisbauwagen, abgestellt1
Typ  T 57, Baujahr 1961, 1980 ex Magdeburg ATw 705, Schienenschleifwagen
Typ  T 57, Baujahr 1959, Umbau zum ATw 1980, ex Tw 151, Arbeitswagen allgemein Betriebshof H.-Mann-Allee 


Bild 51
Der LOWA-Gleisbauwagen 303 - der letzte LOWA-Wagen in Potsdam - in ziemlich ramponiertem Zustand am 14. Januar 1986 vor dem Betriebshof.



Bild 52
Er wurde dann im Jahr 1986 auf dem Gelände der Hauptwerkstatt abgestellt, hier aufgenommen am 27. September 1986. An dieser Stelle verblieb der Wagen dann bis 1990, auch wenn er zwischendurch anscheinend sporadisch bewegt wurde.


Arbeitsbeiwagen (vermutlich 5 Stück, 2 Schneepflüge)
311 
312
313
314, 315

316
317I

317II

318II
o. Nr.
Turmwagen, Baujahr 1907, Umbau zum ABw 1940, ex Lindner Bw 45 
Salzstreuwagen, Schienenreinigungswagen, Eigenbau, Baujahr 1937, ex ABw 58 (vermutlich abgestellt bzw. verschrottet)
Arbeitsbeiwagen allg., Baujahr unbekannt, Umbau zum ABw 1958, ex ABw 43 (vermutlich abgestellt bzw. verschrottet)
Kranwagen, Baujahr 1928, Umbau zum ABw 1954 durch VEB Waggonbau Johannisthal, 1957 ex Bln G 337 und G 338,
1958 ex ABw 46 und 57
Schienentransportwagen, Baujahr 1928, ex Lindner Bw Nr. unbekannt, 1958 ex ABw 59
Schienentransportwagen, Baujahr 1907, ex Lindner Bw 48, 1946 Umbau zum ABw, 1958 ex ABw 48 (vermutlich abgestellt
bzw. verschrottet) 
Salzwagen bzw. Gütertransport, Baujahr 1898, Umbau zum ABw 1952, 1974 ex Bln 729 503, ohne
Wagennummernkennzeichnung 
Schneepflug, Baujahr 1979, ex Bln, ggf. direkt als Neubau aus Berlin erworben 
Schneepflug, Baujahr 1983, von Bln übernommen


Bild 53
Im Betriebshof stehen an einem Sommertag 1986 links der Rekotriebwagen 162 (ex BVB 217 145) vor seiner Inbetriebnahme, vermutlich KT4D 003, der Rekozug 160+274+276 sowie rechts vor dem Gothazug ein Schneepflug.


Mit insg. 44 KT4D, 21 Gotha-Triebwagen, 15 Gotha-Gelenkwagen und 4 Reko-Triebwagen ergab sich eine Gesamtzahl für den Personenverkehr von 84 Triebwagen. Der Anteil der KT4D betrug damit 52% und war damit identisch mit dem Vorjahr.

Die Anzahl einsatzbereiter KT4D erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um drei und lag nun bei 41 Wagen. Zur HVZ wurden 12 KT4D-Doppeltraktionen und 5 KT4D solo eingesetzt. Die Anzahl der einsatzbereiten Gotha-Züge sank trotz der Inbetriebnahme eines ex Leipziger Gelenkwagen von 27 auf 26 Züge. Neu in den Linienverkehr gelangten 3 ex Berliner Reko-Dreiwagenzüge. Der Einsatz erhöhte sich zur HVZ auf 23 Gotha- oder Reko-Züge, nachdem auf der Linie 9 durch teilweisen Einsatz dieser Züge das Platzangebot vergrößert werden konnte.1


7. Liniennetz der Straßenbahn Potsdam zum 31. Dezember 1986

Im Vergleich zu 1985 gab es keine Änderungen im Liniennetz der Straßenbahn. Mit diesem Netz wurden alle von der Straßenbahn erschlossenen Stadtteile Potsdams vorbildlich bedient. Es gab einen übersichtlichen, für die Fahrgäste leicht zu merkenden Taktfahrplan und viele Direktverbindungen.


Bild 54
Das ab 1. Juni 1986 gültige Liniennetz des Nahverkehrs Potsdam.


Streckenlänge57
  dv. eigener oder besonderer Bahnkörper
25,4 km
14,3 km

Linienlänge
  dv. Linie 1
  dv. Linie 2
  dv. Linie 3
  dv. Linie 4
  dv. Linie 5
  dv. Linie 6
  dv. Linie 7
  dv. Linie 8
  dv. Linie 9
  dv. Linie 10

Hauptbahnhof - Bf. Rehbrücke
Kapellenberg - Bf. Rehbrücke
Menzelstraße - Bf. Rehbrücke
Hauptbahnhof - Fontanestraße
Kapellenberg - Fontanestraße
Hauptbahnhof - Stern
Menzelstraße - Stern
Platz der Einheit - Stern
Fontanestraße - Bisamkiez
Fontanestraße - Prof.-Ludschuweit-Allee
86,3 km
10,2 km
6,9 km
7,4 km
9,4 km
6,2 km
12,7 km
9,9 km
7,7 km
8,4 km
7,5 km

Zur Bestimmung der Linienlänge wurden nach Ausmessen mit Google Earth folgende Netzabschnittlängen verwendet:
  Bf. Rehbrücke - Abzw Waldstraße
  Stern - Bisamkiez
  Bisamkiez - Abzw Waldstraße
  Abzw Waldstraße - Schwimmhalle
  Fontanestraße - Schwimmhalle (über Friedrich-Engels-Straße)
  Fontanestraße - Platz der Einheit / Süd (über Humboldtbrücke)
  Schwimmhalle - Platz der Einheit / West
  Schwimmhalle - Platz der Einheit / Süd
  Platz der Einheit / Süd - Menzelstraße
  Platz der Einheit / West - Platz der Einheit / Süd
  Platz der Einheit / West - Kapellenberg
  Platz der Einheit / West - Prof.-Ludschuweit-Allee
  Prof.-Ludschuweit-Allee - Hauptbahnhof
2,2 km
3,4 km
1,3 km
1,9 km
3,4 km
4,2 km
1,1 km
1,0 km
2,3 km
0,2 km
1,7 km
3,0 km
2,0 km


8. Quellenverzeichnis

1 Gust, Andreas, Persönliche Aufzeichnungen
2 Autorenkollektiv, Straßenbahn-Archiv Band 6, 1983, S. 149
3 Machel, Wolf-Dietger & Günther, Michael, Potsdamer Nahverkehr, 1999, S. 89
4 Köhler, Ivo, Stadtverkehr in Potsdam, 1994, S. 53
5 Autorenkollektiv, Straßenbahn-Archiv Band 6, 1983, S. 150
6 Köhler, Ivo, Stadtverkehr in Potsdam, 1994, S. 55
7 Machel, Wolf-Dietger & Günther, Michael, Potsdamer Nahverkehr, 1999, S. 95
8 Machel, Wolf-Dietger & Günther, Michael, Potsdamer Nahverkehr, 1999, S. 101
9 Märkische Volksstimme, 25.08.77, S. 8
10 Märkische Volksstimme, 26.11.77, S. 8
11 Märkische Volksstimme, vermutlich 30.09.86
12 Götze, Marcel, www.potsdam-straba.de, abgerufen 2026
13 Märkische Volksstimme, 10.01.86, Seite 8
14 Märkische Volksstimme, 15.01.86, Seite 7
15 Märkische Volksstimme, 28.01.86, Seite 6
16 Hintringer, Sandra, https://www.tripp-tipp.de/kunst-am-bau-in-potsdam-in-gefahr-die-giebelbroschen-im-schlaatz/, abgerufen 2026
17 Märkische Volksstimme, 04.02.86, Seite 8
18 Märkische Volksstimme, 06.03.86, Seite 7
19 Neues Deutschland, 17.02.86, Seite 4
20 Märkische Volksstimme, 07.06.86, Seite 7
21 Märkische Volksstimme, 23.07.86, Seite 7
22 Märkische Volksstimme, 25.07.86, Seite 6
23 Märkische Volksstimme, 12.09.86, Seite 8
24 Märkische Volksstimme, 23.09.86, Seite 8
25 Märkische Volksstimme, 13.11.86, Seite 8
26 Märkische Volksstimme, 04.12.86, Seite 7
27 Märkische Volksstimme, 16.12.86, Seite 8
28 Märkische Volksstimme, 29.03.86
29 Märkische Allgemeine Zeitung, 31.08.22, https://www.maz-online.de/brandenburg/wie-michail-gorbatschow-in-brandenburg-und-potsdam-spuren-hinterlassen-hat-EAFT2OUTTYEOIYMNQNB2ICGBNM.html, abgerufen 2026
30 Märkische Volksstimme, vermutlich 14.04.86
31 Märkische Volksstimme, vermutlich 30.04.86
32 Märkische Volksstimme, 19.06.86, Seite 7
33 Märkische Volksstimme, 24.07.86
34 Märkische Volksstimme, 18.07.86, Seite 8
35 Märkische Volksstimme, 13.08.86, Seite 7
36 Märkische Volksstimme, 30.08.86, Seite 7
37 Märkische Volksstimme, 17.10.86, Seite 8
38 Märkische Volksstimme, 28.10.86, Seite 5
39 Märkische Volksstimme, 04.11.86, Seite 7
40 Märkische Volksstimme, 12.11.86, Seite 7
41 Märkische Volksstimme, vermutlich 22.11.86
42 Märkische Volksstimme, 13.12.86, Seite 7
43 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 10.01.86
44 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 28.01.86
45 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 04.02.86
46 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 21.02.86
47 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 10.06.86
48 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 04.11.86
49 Brandenburgische Neueste Nachrichten, 03.12.86
50 Berliner Verkehrsblätter, 1987, S. 10
51 Jobmann, Hans-Joachim, in Verkehrsgeschichtliche Blätter 4/1987, S. 107
52 Verkehrsgeschichtliche Blätter 4/1986, S. 95
53 Verkehrsgeschichtliche Blätter 2/1987, S. 51
54 Köhler, Ivo, Stadtverkehr in Potsdam, 1994, S. 105
55 Verkehrsbetrieb in Potsdam / DVN Berlin e. V, Verein Historische Straßenbahn Potsdam, Die Gotha-Wagen - 60 Jahre in Potsdam, 1. Auflage 2019, S. 26ff.
56 Berliner Verkehrsblätter, Jahrgang 1981, S. 159, sowie Wagenparkveränderungen in den Jahren 1981 bis 1986
57 Stadtverkehr in Potsdam, Informationsmaterial zur 3. Tagung der Stadtverordnetenversammlung am 01.11.89, 1989, S. 9
 
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